Lithium-Ionen-Akkus im Winter: Warum sinkt die Reichweite und warum laden sie schlechter?

Liebe community,

im kalten Grazer Winter, wie wir ihn gerade erleben, machen viele E-Scooter und E-Auto Fahrer die gleiche Erfahrung: Die Reichweite sinkt spürbar, und das Laden dauert ewig oder funktioniert gar nicht. Warum ist das so? In diesem Beitrag erklären wir die physikalischen Gründe hinter dem Verhalten von Lithium-Ionen-Akkus bei Kälte und geben praktische Tipps, wie Sie Ihre Batterie schützen können. Als Club Freetime, der sich der nachhaltigen Mobilität widmet, wissen wir aus unserer Werkstatt: Richtige Pflege verlängert die Lebensdauer und spart Ressourcen!

Warum sinkt die Reichweite von E-Scootern und Elektrofahrzeugen im Winter?

Lithium-Ionen-Akkus arbeiten optimal bei Temperaturen zwischen 15 und 35 °C.

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Bei Kälte (unter 10 °C, besonders unter 0 °C) verlangsamen sich die elektrochemischen Prozesse in den Zellen. Der Elektrolyt (die flüssige Leitlösung) wird zähflüssiger, was den internen Widerstand erhöht. Dadurch können die Lithium-Ionen sich schlechter zwischen Anode und Kathode bewegen, die Batterie muss mehr Energie aufwenden, um die gleiche Leistung zu liefern.

Ergebnis: Die nutzbare Kapazität sinkt temporär. Laut ADAC und Tests von RheinEnergie verlieren E-Fahrzeuge bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 15–25 % Reichweite, bei extremer Kälte (unter -10 °C) sogar bis zu 30–40 %.

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Das ist kein Defekt, sondern eine Schutzmaßnahme: Das Batteriemanagementsystem (BMS) reguliert die Leistung herunter, um Schäden zu vermeiden. Sobald der Akku warm wird (z. B. durch Fahren oder Vorkonditionierung), erholt sich die Reichweite wieder.

Zusätzlich verbraucht die Heizung (Kabinenheizung, Batterieheizung) extra Strom, was die Reichweite weiter drückt, bis zu 10–20 % mehr Verbrauch.

Warum lässt sich ein kalter Akku nicht oder nur begrenzt laden?

Das Laden bei Kälte birgt Risiken: Unter 5–10 °C (je nach Modell) kann es zu „Lithium-Plating“ kommen, Lithium lagert sich metallisch auf der Anode ab, statt in die Struktur einzuwandern. Das reduziert die Kapazität dauerhaft, kann Kurzschlüsse verursachen und die Sicherheit gefährden. Deshalb schaltet das BMS das Schnellladen ab oder reduziert die Ladeleistung stark: An einer DC-Schnellladesäule laden kalte Akkus nur mit 30–40 % der Maximalleistung.

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Praktisch: Ein kalter Akku lädt langsamer (z. B. doppelt so lange) oder gar nicht, bis er aufgewärmt ist. Moderne Fahrzeuge (z. B. mit App) heizen die Batterie vor, was aber extra Energie kostet. Tipp: Laden Sie immer bei Zimmertemperatur, lassen Sie den Akku sich akklimatisieren, bevor Sie stecken!

Weitere Tipps für Lithium-Ionen-Akkus im Winter

Lagerung: Bewahren Sie den Akku bei 15–25 °C auf, idealerweise mit 30–50 % Ladestand. Vermeiden Sie Frost, das schadet langfristig der Zelle.

Vorkonditionierung: Nutzen Sie die App Ihres Fahrzeugs, um den Akku vor der Fahrt vorzuheizen (am besten am Stromnetz).

Laden: Langsam laden (AC statt DC) und nie unter 0 °C. Bei E-Scootern: Akku reinholen und warm laden.

Fahrstil: Sanft beschleunigen, Rekuperation nutzen, das spart Energie und wärmt den Akku.

Schutzmaßnahmen: Decken Sie den Akku ab (z. B. mit einer Isolierhülle) und vermeiden Sie Tiefentladung.

In unserer Werkstatt in Graz prüfen wir Ihren Akku auf Wintertauglichkeit, ersetzen defekte Akkus und geben personalisierte Tipps für langlebige, nachhaltige Mobilität!

Haben Sie Fragen zu Ihrem Akku? Kontaktieren Sie uns oder vereinbaren Sie einen Termin!

Club Freetime – Nachhaltig durch den Winter